Eine aktuelle Studie untersuchte, ob eine osteopathische Behandlung Neugeborenen mit Stillproblemen helfen kann. Insgesamt nahmen 40 gesunde Neugeborene teil, bei denen Schwierigkeiten beim Stillen beobachtet worden waren. Die Babys wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe erhielt zusätzlich zur üblichen Stillberatung zwei osteopathische Behandlungen, während die andere Gruppe eine sogenannte Scheinbehandlung bekam. So konnten die Forschenden prüfen, ob sich durch die osteopathische Behandlung messbare Unterschiede ergeben.
Um den Erfolg des Stillens zu beurteilen, nutzten die Forschenden den sogenannten LATCH-Score. Dieses Bewertungssystem hilft medizinischem Fachpersonal dabei, die Qualität des Stillens strukturiert einzuschätzen. Der Name „LATCH“ steht für fünf Aspekte des Stillens:
L (Latch): Wie gut das Baby an der Brust andockt.
A (Audible swallowing): Ob Schluckgeräusche hörbar sind – ein Hinweis darauf, dass Milch effektiv getrunken wird.
T (Type of nipple): Die Form der Brustwarze, die das Anlegen beeinflussen kann.
C (Comfort): Wie angenehm oder schmerzfrei das Stillen für die Mutter ist.
H (Hold): Wie gut Mutter und Kind beim Stillen positioniert sind.
Jeder dieser fünf Punkte wird mit 0, 1 oder 2 bewertet. Insgesamt können also bis zu 10 Punkte erreicht werden. Ein höherer Wert bedeutet, dass das Stillen besser funktioniert.
Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass sich die LATCH-Scores der Babys, die osteopathisch behandelt wurden, im Durchschnitt stärker verbesserten als in der Vergleichsgruppe. Das bedeutet, dass diese Kinder nach der Behandlung tendenziell besser an der Brust trinken konnten. Die Verbesserung war statistisch messbar, insgesamt jedoch eher moderat. Wichtig ist außerdem, dass während der Studie keine Nebenwirkungen der osteopathischen Behandlung beobachtet wurden.
Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass osteopathische Behandlungen möglicherweise eine unterstützende Maßnahme bei Stillproblemen sein können. Gleichzeitig betonen sie, dass es sich um eine relativ kleine Studie handelt und weitere Untersuchungen mit mehr Teilnehmenden notwendig sind, um die Ergebnisse zu bestätigen.
Die Orginalstudie finden Sie hier: https://doi.org/10.1515/jom-2024-0133

